Im Notfall drücken

1. Nahrungsergänzungsmittel NEM

Viele Leistungssportler nehmen NEM: Vitamine, Mineralien, Kreatin oder Aminosäure-Präparate. Untersuchungen in Leistungssport-Kadern haben gezeigt, dass schon rund die Hälfte der Nachwuchsathleten auf Landesebene diese so genannten Nahrungsergänzungsmittel einnehmen – zur Gesundheitsvorsorge, gegen die angebliche Mangelversorgung angesichts der heutigen Ernährungskultur oder sogar direkt zur Leistungssteigerung. Leistungssportler hätten einen erhöhten Nährstoffbedarf, heißt es häufig. Und die Mittel seien absolut unschädlich, so wird stets versichert.
Tatsächlich wird immer klarer, dass alle Heilsversprechen rund um „NEM“ nicht stimmen. Sie sind, unter strenger ärztlicher Anweisung und bei ausgesprochenen Mangelerscheinungen im Einzelfall evtl. sinnvoll. Insgesamt aber nutzen sie einzig und alleine den Herstellern, die häufig wichtige Sponsoren von Sportverbänden oder den dazugehörigen Fachzeitschriften sind. Diese so genannten NEM nutzen häufig nicht nur nicht, sie können sogar schaden. Selbst Vitaminpräparate geraten immer stärker in den Verdacht, Erkrankungen nicht zu reduzieren, sondern sogar fördern zu können.
„NEM“ werden von Dopingexperten als Vorstufe zum Doping angesehen, da sie Dopingmentalität fördern und das Vertrauen von Menschen in die eigenen Fähigkeiten untergraben können. Außerdem führen verunreinigte NEM immer wieder zu positiven Dopingtests.

„Nur Vitamine?“ Literaturangaben zur Problematik von Nahrungsergänzungsmitteln:
Hipp, Arno/Nieß, Andreas (2008). Vitamine im Sport – Nutzen oder Risiko? Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 59:3, S. 76 – 77.
Kläber, Mischa (2010). Doping im Fitness-Studio. Die Sucht nach dem perfekten Körper. Bielefeld: transcript.
S. 261 ff.: NEM und Suchtspirale: „Tor“ zum Doping .
Offer, Astrid M./Steuer, M./Völker, K./Jakob, E. (2005a): Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln bei 10- bis 19-jährigen Leistungssportlern. Abstract zur Posterpräsentation auf dem 1. Nationalen Präventionskongress in Dresden (01.-02.12.2005). Hellersen 2005.
http://www.sportmedizin-hellersen.de/dfs/Praevention-Dresden-Abstract-12-2005-NEM.pdf

Über 50 Prozent der jungen Kaderathleten nehmen NEM ein, die wenigsten werden beraten.

Offer, Astrid M./Steuer, M./Völker, K./Jakob, E. (2005b). Dopingproblematik bei 10- bis 19-jährigen Leistungssportlern/innen.
http://www.sportmedizin-hellersen.de/dfs/Vortrag_Dresden-Doping-12-2005.pdf
Fast 40 Prozent der befragten Kaderathleten wissen nicht, ob Vitamine etc. unter Doping fallen!

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/nahrungsergaenzungsmittel-schneller-weg-zu-teurem-urin-11525753.html

http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/fileadmin/externe_websites/ext.dzsm/content/archiv2002/heft07_08/kongr78_02.pdf

http://www.http://www.dgsp.de/_downloads/allgemein/2008-Vitamine-im-Sport.pdf

http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/fileadmin/externe_websites/ext.dzsm/content/archiv2000/heft11/a06_1100.pdf

http://www.youtube.com/watch?v=Qis5XxVfFp0&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=gDYkYBSwm9c&feature=related

2. Schmerzmittel

Ein Indianer kennt keinen Schmerz? Sportler schon. Und sie tun etwas dagegen. Viele nehmen Schmerzmittel dagegen ein. Sei es, um trotz akuter Schmerzen trainieren oder Wettkämpfe bestreiten zu können oder sei es, um Schmerzen, die noch überhaupt nicht aufgetreten sind, prophylaktisch zu bekämpfen. Und es sind nicht nur die Spitzensportler unter den Läufern, den Handball-, Fußball-, und Basketballspielern oder den Gewichthebern. Unzählige Freizeitsportler bekämpfen ihre Schmerzen ebenfalls mit Medikamenten. Oder sie versuchen gar, durch gezieltes Ausschalten von Schmerz ihre Leistungen zu steigern

Da einige Schmerzmittel nicht rezeptpflichtig, sondern in Apotheken frei verkäuflich sind, glauben viele, dass sie deshalb ungefährlich seien. Doch das ist ein großer Irrtum. Ärzte und Wissenschaftler schlagen die Hände über dem Kopf zusammen angesichts des verbreiteten Glaubens an die Ungefährlichkeit dieser „Pain killer“. Und angesichts der Nebenwirkungen. Sie treten vor allem in höheren Dosierungen und bei längerer Anwendungsdauer auf. Selbst das seit langem als vermeintlich harmlos gepriesene Aspirin gerät immer stärker unter Verdacht, schwere Nebenwirkungen mit sich zu bringen und sogar für viele Todesfälle mitverantwortlich zu sein. In den USA sollen angeblich mehr Menschen an den Nebenfolgen von Aspirin versterben als an AIDS!

Ist die Einnahme von Schmerzmitteln im Sport Doping? Nicht im engeren Sinne, nicht wenn man davon ausgeht, was auf der Liste steht. Da aber viele sportliche Leistungen ohne diese Schmerzmittel überhaupt nicht zustande kämen und durch die „Tötung“ des Schmerzes Leistung ganz gezielt versucht wird zu steigern, umweht ihr Einsatz zumindest der Geruch des Illegitimen und des Dopings in einem weiteren Sinne.
http://www.aerzteblatt.de/archiv/61465

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/wissenschaft-schmerzmittel-vor-marathonlauf-risikoreich_aid_559754.html

http://www.cycling4fans.de/index.php?id=4277

http://www.rp-online.de/sport/mehr/radsport/jugendsport-regelmaessig-kommt-schmerzmittel-zum-einsatz-1.1655323

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten375.html

http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/Zeitschrift_SWB/SWB_1999/SWB03_99/Aspirin__Nebenwirkung/aspirin__nebenwirkung.html

http://gutenberg-marathonclub.de/schmerzmittel.php