Im Notfall drücken

Der Fall Frank Nowak (2007)

18.03.2012

Frank Nowak starb mit 34 Jahren. Er war schwer kokain- und heroinabhängig. Frank Nowak war in den 1980er Jahren Radrennfahrer mit viel Talent und großen Hoffnungen. Gibt es Verbindungen zwischen Franks Radsportlaufbahn und seiner Drogensucht?

Offiziell liegen keine Beweise vor, doch viele erkannten einen Zusammenhang und scheuten sich nicht, das offen auszusprechen. Auch die Eltern, die seine Radsportkarriere immer wohlwollend unterstützten, stellen entsprechende Fragen.
Mit 18 Jahren stand Frank Nowak in der Auswahl für die Weltmeisterschaft, wurde jedoch von Peter Weibel, bis 2007 BDR-Bundestrainer, nicht ausgewählt. Später fuhr er für die Amateurteams Olympia Dortmund und den PSV Köln. Wann der Junge mit den Drogenkonsum begann blieb unklar, ebenso die Gründe, die dazu führten. Die Eltern stellten erst Veränderungen an ihm fest, als mit 20 Jahren sein sportliche Absturz beginnt. Frank hat keine Chance mehr im Radsport. Die Eltern forschten nach und erfuhren, dass die jugendlichen Radsportler schon im Alter von 14/15 Jahren von ihren Betreuern frei erhältliche Medikamente wie Aspirin und Schmerzmittel bekommen hatten. Szene-Experten berichteten von der Selbstverständlichkeit, mit der die jungen Sportler mit Nahrungsergänzungsmitteln und anderen Aufbaupräparaten versorgt wurden. Solch ein Verhalten gilt als Einstiegsverhalten in eine mögliche Medikamenten- und Drogenabhängigkeit und bereitet eine Dopingkarriere vor. Drogen wie Amphetamine, Cannabis und Kokain waren und sind zudem im Sportumfeld häufig anzutreffen. Insbesondere die Amphetamine haben eine lange Tradition im Radsport. Auch der Amateurradsport ist betroffen. Nicht jeder Sportler wird davon süchtig, doch viele von Ihnen sind gefährdet. Die Liste der drogen- und alkoholsüchtigen Sportler ist lang. Frank Nowak gehört dazu.

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http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/systemanalyse-des-dopings-von-der-wiege-bis-zur-bahre-1439053.html