Im Notfall drücken

Der Fall Stefan Rütimann (2002)

16.03.2012

Stefan Rütimann wurde zweimal positiv kontrolliert. 2001 war es ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel, das ihm eine Sperre von 7 Monaten einbrachte, 2002 wurde er, gerade 24 Jahre alt, des Testosteron-Dopings überführt und aufgrund des Wiederholungsfalles für 4 Jahre gesperrt.

Seine Radsportkarriere war damit beendet. Rütimann berichtet in einem Interview mit der Neuen Züricher Zeitung, wie er zum Dopen kam. Danach hatte bis zu seiner ersten Sperre nie bewusst nach Dopingmitteln gegriffen. Nach der Sperre sei es ihm aber egal gewesen, ob mit oder ohne Mittel, seinen Ruf als Doper hätte er sowieso gehabt. Nun habe er Testosteron genommen, natürlich in der Hoffnung damit nicht erwischt zu werden. Erklären könne er sich nicht, wie der positive Befund zustande kam. Aber er akzeptiert die Situation, er habe eben verloren. Informations- und Bezugsquellen will er nicht nennen, sei allein verantwortlich. Er gibt zu, ein schlechtes Gewissen gehabt zu haben. "Das Dopen hat mir die Freude am Radfahren genommen. Der Sport war plötzlich nur noch mein Beruf, nicht mehr meine Leidenschaft. Jetzt weiß ich, dass ich nie mehr Entscheidungen für oder gegen Doping treffen muss. Und ich bin froh, dass ich meine Freunde nicht mehr belügen muss. Ich hatte mich aus Angst vor der Lüge immer mehr aus meinem sozialen Umfeld zurückgezogen."

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