Im Notfall drücken

Für Doping-Notfälle

Du bist Sportler und stehst unter Doping-Druck, suchst Hilfe und Verbündete oder willst raus aus dem Doping-System? Du willst Deine Doping-Geschichte endlich loswerden und anderen Sportlern damit helfen?
Sie sind Trainer, Funktionär oder Mediziner und wollen auspacken?
Alle Daten werden nicht gespeichert oder an Dritte weitergeleitet; auch geht niemand einen Vertrag ein. Wer anonym bleiben will, weist bitte ausdrücklich darauf hin.

 

Wir erwarten von niemandem, dass er seinen eigenen Trainer oder andere Doping-Täter vor Gericht bringt. Aber Sportler können wertvolle Hinweise geben, wie das Doping-System funktioniert. Die Staatsanwaltschaften sind auf solche Zeugenaussagen angewiesen – sei es anonym oder namentlich. Wir stellen gern den Kontakt her.

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft München schreibt dem Dopingalarm::

„Doping im Sport spielt sich in einem abgeschotteten Bereich ab. Entsprechend schwierig ist es, an Hinweise aus dem Umfeld dopender Athleten zu kommen. Das fehlende Unrechtsbewusstsein innerhalb der Szene, die Abkapselung gegenüber der als feindlich angesehenen Außenwelt, sowie die vorherrschende Angst, als „Verräter“ ,unter Umständen auch gegenüber Vertrauenspersonen, gebrandmarkt, oder gar der Existenz beraubt zu werden, erschwert es den Ermittlungsbehörden, Kontakte zu Informanten herzustellen und diese auch für verfahrensverwertbare Hinweise nutzen zu können.

Letztendlich ist das Auftreten von Kronzeugen, die ihre Erfahrungen, Kenntnisse und Beobachtungen den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung stellen, im Hinblick auf eine wirksame Bekämpfung des Dopingsumpfes unerlässlich.

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I ermittelt seit 01.03.2009 als – derzeit noch (die Errichtung einer weiteren Schwerpunktstaatsanwaltschaft ist in Freiburg geplant) einzige – Behörde gezielt in diesem Bereich. Die Zuständigkeit der Ermittler beschränkt sich zwar auf Dopingfälle in Bayern. Es besteht aber jederzeit die Bereitschaft, zunächst als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und die Personen an die jeweils zuständigen Stellen zu vermitteln.

Wünschenswert wäre, dass Zeugen ihre Erkenntnisse offen offenbaren. Gegebenenfalls kann aber auch über geeignete Maßnahmen zum Schutz der Zeugen, wie beispielsweise Vertraulichkeitszusagen nachgedacht werden.

Sollten potentielle Zeugen der Meinung sein, sich unter Umständen bereits selbst der Gefahr einer Strafverfolgung ausgesetzt zu haben, bestehen grundsätzlich Möglichkeiten, die Kooperation und Aussagebereitschaft im Hinblick auf den Abschluss etwaiger Verfahren wohlwollend je nach Umfang der Strafbarkeit bis hin zur Einstellung zu berücksichtigen.

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I setzt sich darüber hinaus für die Einführung einer gesonderten Kronzeugenregelung für die Dopingstraftaten ein. Hierdurch sollte es möglich sein, die Ermittlungsdefizite auszugleichen, die gerade bei der Strafverfolgung von Doping im Leistungssport festzustellen sind. Vergleichbar den Ermittlungen gegen den organisierten Rauschgifthandel stehen die Dopingermittler einer Gemeinschaft gegenüber, deren Aufbrechen effektiv durch die Honorierung kooperativen Verhaltens gefördert werden kann.
Bislang bietet § 46 b StGB (Hilfe zur Aufklärung oder Verhinderung von schweren Straftaten) eine nicht ausreichende Reaktionspalette für geleistete Aufklärungs- und Präventionshilfe.

Wichtig ist in jedem Fall:

Die Staatsanwaltschaft ist darauf angewiesen, zuerst – am besten auch noch vor der Presse – und sofort in Kenntnis gesetzt zu werden, um – nach Prüfung aller Verdachtsmomente – mögliche strafprozessuale Maßnahmen mit Erfolg durchführen zu können. Das bedeutet eine Benachrichtigung der Ermittlungsbehörden vor Verständigung des betroffenen Sportverbandes und des dopenden Athleten sowie der möglichen Beschuldigten wie Ärzte / Trainer / Lieferanten.