Im Notfall drücken

Alarmstufen

Hier dokumentieren wir dopingalarm-verdächtige Meldungen und Äußerungen von Sportlern, Verbänden, Trainern, Medizinern oder Politikern.

Immer schon alles gewusst …

DLV-Ehrenpräsident Helmut Digel sieht Hinweise auf internationale Informationssysteme und Dealerstrukturen. Außerdem sagt er heute: “Alle wussten vom Betrug im Westen.” Übrigens: Es war Digel, der als DLV-Präsident den Doping-Ost-Trainer Thomas Springstein auf Honorarbasis im gesamtdeutschen DLV beschäftigte und dies mit “Resozialisierung” rechtfertigte.

Usain Bolt: It's yam, stupid!

Der stolzer Vater kann kaum an sich halten zu erklären, wieso sein Junior Usain Bolt so schnell rennen kann:

“http://voices.washingtonpost.com/dcsportsbog/2008/08/on_usain_bolts_magical_yams”

Was nimmt Digel – sich heraus?

Helmut Digel ist Sportwissenschaftler, Leichtathletik- Funktionär und nennt sich Dopingbekämpfer. Kontrollen allein hält er für unzureichend, sagte er nun – er muss es wissen: Digel resozialisierte 1998 den Doping-Trainer Thomas Springstein. 1992 waren Springsteins Sprinterinnen positiv auf das anabol wirkende Clenbuterol getestet worden; zuvor war die Gruppe mit einem “Einheitsurin” aufgefallen. Digel war 1992 bis 2001 DLV-Präsident und sitzt bis heute im IAAF-Council.

Starke Männer auf den Arm genommen

Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber beklagt sich beim Weltverband über mangelnde Dopingkontrollen, Täuschung und Desinformation im Kampf gegen Doping. Die Situation sei nicht mehr hinnehmbar. 2011 sei die Zahl ungemeldeter Dopingtests international eingebrochen. Spitzenathleten würden im Training oftmals gar nicht getestet. (24.4.2012)

“Mir ist gleich, ob da jemand dopt”

Der dopinggesperrte österreichische Skilangläufer Christian Hoffmann hat seine Doping-Verhandlung vor der Rechtskommission der NADA Austria mit dem Handy aufgezeichnet und veröffentlicht. Kommissionschef Gernot Schaar soll die Sitzung mit den Worten eröffnet haben: “Mir ist das vollkommen gleich, ob da jemand gedopt ist oder nicht.” (23.3.2012)

Falls der Schmerz kommt . . .

Immer mehr Freizeitsportler greifen zu Schmerzmitteln, weil sie glauben, Wettkämpfen besser durchzustehen. Dafür nehmen sie als Nebenwirkungen sogar Durchfall, Übelkeit, Magengeschwüre und Herzinfarkte hin. Der Schmerztherapeut Michael Küster untersuchte 2009 und 2010 die Teilnehmer eines deutschen Stadtmarathons – die Hälfte gab an, vor dem Start Schmerzmittel zu nehmen, um Muskel- und Gelenkschmerzen vorzubeugen, ohne tatsächlich Schmerzen zu haben. (16.3.2012)

Bann lebenslang

Das Britische Olympische Komitee will an seiner Regel festhalten, dass überführte Dopingsünder wie der Sprinter Dwain Chambers nie wieder bei Olympischen Spielen starten dürfen. Chambers klagt beim Internationalen Sportgerichtshof gegen den lebenslangen Bann, weil er gegen Wada-Recht verstöße. (12.3.2012)

Nur Dumme dopen in London

Der schottische Radprofi David Millar kritisiert das Doping-Testprogramm für die Olympische Sommerspielen in London. Das IOC müsse den Kontrollzeitraum bis auf zwei Monate vor Beginn der Spiele vorziehen und mehr Geld für Proben bereitstellen. Bisher sollen die Dopingstests elf Tage vor der Eröffnungsfeier beginnen. „Wachstumshormone oder Epo nehmen die Sportler während der Vorbereitung, nicht während oder kurz vor den Wettkämpfen. Es wäre schon ein sehr dummer Athlet, der während Olympia dopt“, so Millar, der vom britischen NOK wegen Epo-Dopings lebenlang gesperrt wurde. (9.3.2012)

„Doping-Kontrollen im Boxen sind eigentlich IQ-Tests. Wer sich erwischen lässt, ist ein Idiot.“

Victor Conte, Fitnesstrainer und Ernährungsberater im Boxsport (6.3.2012)

Gesellschaft auf Speed

Das Kölner Zollkriminalamt hat im Jahr 2011 fast doppelt so viel geschmuggelte Doping-Aufputschmittel (Amphetamine) wie im Vorjahr aufgespürt. Der “Spiegel” berichtet von rund 530 Kilogramm im Marktwert von 6,7 Millionen Euro. Die verheerend wirkende und stark abhängig machende Modedroge Chrystal Speed wird vor allem aus Tschechien eingeführt; sie ist demnach der Renner – unter Sportlern und Studenten. (4.3.2012)

Polizei pro Pechstein

Die Gewerkschaft der Polizei und der Personalrat der Bundespolizei verlangen, die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wieder in die Sportförderung der Bundespolizei aufzunehmen. Es gehe nicht an, dass sie weiterhin einer negativen Sonderbehandlung ausgesetzt sei, schreibt der Personalrat. Die fünfmalige Olympiasiegerin ist Polizeihauptmeisterin der Bundespolizei und wegen Blutmanipulationen und abnormer Blutwerte im nicht bezahltem Sonderurlaub. Zudem war sie wegen Dopingverdachts aus der Sportfördergruppe geflogen. (24.2.2012)