Im Notfall drücken

"Ich habe meine Familie, meine Freunde und die Öffentlichkeit jahrelang belogen."

26.11.2012

Der frühere Radprofi Tyler Hailton (41), der den größten Dopingskandal im internationalen Radsport aufdeckte und maßgeblich zum Sturz von Lance Armstrong beitrug, spricht auch über den Stress, den es bedeutet, permanent lügen zu müssen.

„Ich habe meine Familie, meine Freunde und die Öffentlichkeit jahrelang belogen. Das hat mich innerlich beschädigt. Es ist schwer zu ertragen."   Jetzt macht er reinen Tisch und legt in seinem Buch „Die Radsport-Mafia“ (Original: „The Sercret Race.“)  eine ausführliche Doping-Beichte ab. Der 41-jährige Tyler war als Kronzeuge im Bericht der US-Antidoping-Agentur USADA gegen Lance Armstrong aufgetreten. Er erzählt von Ärzten ( „Wir haben die Zertifikate für Verletzungen bekommen, die wir nicht hatten“) und von Bemerkungen des spanischen Mediziners Eufemiano Fuentes, er habe auch andere Spitzensportler aus Tennis und Fußball behandelt. Dem siebenfachen Tour-de-France-Sieger Armstrong, der zusätzlich lebenslang gesperrt wurde, mache das Schweigen schwer zu schaffen, so Tyler: "Lance leidet wie ein Hund, mit der Zeit wird ihn das innerlich zerfressen." Trotz erdrückender Beweise im Bericht der USADA hat Armstrong kein Geständnis abgelegt. "Es ist ein Prozess. Ich kann für Lance nur hoffen, dass er am Ende mit der Wahrheit rauskommen wird."